Mikrobiologische und arbeitsmedizinische Bewertung der Exposition von Beschäftigten in der Entsorgungswirtschaft

Beschäftigte in der Entsorgungswirtschaft

Die mikrobiologischen Untersuchungen ergaben eine hohe mikrobiologische Belastung der Atemluft für die im Sortierbereich Beschäftigten, insbesondere durch Hefe- und Schimmelpilze. Die Gesamtkonzentration der kolonienbildenden Einheiten lag bei 70 000 KBE/ m3 , Hefen und Schimmelpilze bei 50 000 KBE/ m3. Zur Verminderung der mikrobiellen Exposition, aber auch der hohen Staubbelastung wurden im Sortierbereich Frischluftkabinen eingebaut.

Die Frischluftkabinen wurden hinsichtlich ihrer Wirkung als positiv bewertet, allerdings wurde die positive Wirkung teilweise durch die Randbedingungen eingeschränkt.  Die Sortierer standen teilweise in gebeugter Haltung über dem Sortierband und atmeten eine Mischung aus Frischluft und kontaminierter Luft ein. Es konnten Unterschiede zwischen dem vorderen und hinteren Atembereich festgestellt werden. Ein signifikanter Anteil der Belastungen geht wahrscheinlich auf die Freisetzung aus der Arbeitskleidung der Beschäftigten zurück. Durch Turbulenzen in der Kabine gelangten diese Keime in die Atemluft.

Ansprechpartner: 
Dr. Klaus Müller
Mail: klaus.mueller(ат)bgn.de 

Inzwischen wurde durch die BG für Transport und Verkehrswirtschaft  umfassende Präventionsmaßnahmen für Sortieranlagen erarbeitet.

Literatur:
Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen – unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arbeitsstoffe – BGI 5093
Juli 2007


 
Film:

Historische Aufnahmen über die Arbeitsverhältnisse 1992 in einem deutschen Kompostierwerk 

 

 

 

 

 

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