Neu: Kennzahl zum Staubungsverhalten von Schüttgütern

Grundvoraussetzung für eine Staubexplosion ist eine Staubwolke innerhalb bestimmter Konzentrationsgrenzen. Dennoch fehlte lange Zeit eine sicherheitstechnische Kennzahl, die die Neigung eines Schüttgutes zur Staubwolkenbildung beschreibt: die „Staubungszahl“. Diese Lücke hat die FSA geschlossen. Sie entwickelte eine Messmethode inklusive der erforderlichen Messapparatur, um eine solche Kennzahl für Schüttgüter der Nahrungsmittelherstellung bestimmen zu können. Diese Messmethode und -apparatur sind in der VDI-Richtlinie 2263 Blatt 9 „Staubbrände und Staubexplosionen, Gefahren - Beurteilung ­Schutzmaßnahmen, Bestimmung des Staubungsverhaltens von Schüttgütern“ verankert. 

Die neue Kennzahl kann immer dann angewandt werden, wenn in der Praxis Fragen auftauchen, für deren Beantwortung man die Neigung eines Schüttgutes zur Staubwolkenbildung kennen muss. Dies gilt insbesondere für Risikoanalysen zum Schutz vor Staubexplosionen. Die Staubungszahl kann immer dann eine wichtige Rolle spielen, wenn bei der Risikoanalyse die Auftrittswahrscheinlichkeit explosionsgefährIicher Staub/Luft-Gemische beurteilt werden muss. Die Staubungszahl ist hier ein wichtiges Hilfsmittel, um die Zonen zur Kennzeichnung explosionsgefährdeter Bereiche festzulegen. Denn sie liefert Informationen über Ausdehnung und Lebensdauer explosionsfähiger Staubwolken. So kann die Staubungszahl z. B. dazu herangezogen werden zu entscheiden, ob ein Raum bzw. Anlagenteil komplett in eine Zone fällt oder sie in verschiedene Zonen bzw. Bereiche ohne Zoneneinteilung untergliedert werden können. Außerdem ermöglicht die Kenntnis der Staubungszahl Aussagen über die räumliche Verteilung von Staubwolken in Anlagenteilen. Das kann erheblichen Einfluss auf die konstruktiven Schutzmaßnahmen haben. 

Staubungszahlen diverser Stäube

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