Untersuchung des Zündmechanismus von Entladefunken von explosionsfähigen Staub/Luft-Gemischen

Bis heute wird die Explosionsneigung eines Staub/Luft-Gemisches durch die minimale Mindestzündenergie (MZE) beschrieben. Die MZE-Bestimmung erfolgt, indem man Energie über eine Funkenentladungsstrecke in das Staub/Luft-Gemisch einbringt. Diese Art der MZE-Bestimmung hat die Nachteile, dass 

a) Verluste nicht berücksichtigt werden, 
b) der Messwert der MZE von der verwendeten Apparatur abhängt und 
c) die MZE sich nicht problemlos auf nicht-elektrostatische Zündquellen übertragen lässt.
 
Außerdem hängt die Zündgefährlichkeit von elektrostatischen Entladungen entscheidend von der Entladungs- bzw. Funkenart ab. Der Zündmechanismus durch elektrostatische Funken ist nicht wirklich verstanden. 

Ziel dieses Projektes ist zunächst die detaillierte physikalische Untersuchung von Entladefunken, wie sie bei der MZE-Apparatur verwendet werden. Später sollen diese Ergebnisse zur Beschreibung des Zündmechanismusses herangezogen und daraus ein neuer Ansatz zur Beschreibung der Zündempfindlichkeit eines Staub/Luft-Gemisches mit Hilfe einer Größe "Leistungsdichte" genutzt werden. Die begründete Hoffnung besteht, dass eingangs genannte Probleme mit diesem Ansatz gelöst werden können bzw. dass die Kenngröße "Mindestleistungsdichte" ersetzt werden kann, die Beschreibung aller Zündquellenarten in sich vereinigt. Eine einfachere und zuverlässigere Risikoanalyse hinsichtlich Staubexplosionsgefahren in Anlagen sollte mit den Ergebnissen dieses Projektes möglich sein.